Hühnerstall winterfest machen: So kommen Hühner gut durch die kalte Jahreszeit

Der Winter steht vor der Tür – und damit wird es Zeit für einen gründlichen Wintercheck im Hühnerstall.
Denn nicht nur wir Menschen müssen uns auf die kalte Jahreszeit einstellen. Auch für unsere Hühner verändern sich die Bedingungen: Die Temperaturen sinken, die Tage werden kürzer und Feuchtigkeit kann im Stall schnell zum Problem werden.

Ein guter Winterstall muss dabei nicht kuschelig warm sein. Viel wichtiger sind Trockenheit, Schutz vor Zugluft, eine gute Luftqualität und ein sicherer Rückzugsort.

Gerade bei älteren oder gesundheitlich angeschlagenen Hühnern lohnt sich ein besonders genauer Blick.

1. Alte Einstreu raus – und frisch in den Winter starten

Bevor die kalte Jahreszeit richtig beginnt, ist für mich eine gründliche Reinigung des Stalls angesagt.

Die alte Einstreu wird vollständig entfernt. Anschließend werden Boden, Ecken, Sitzstangen und Legenester gründlich kontrolliert und gereinigt.

Danach kommt eine frische, trockene und ausreichend dicke Einstreuschicht in den Stall.

Trockene Einstreu ist im Winter besonders wichtig. Sie sorgt nicht nur für einen angenehmen Untergrund, sondern kann auch zusätzlich isolierend wirken.

Dabei sollte die Einstreu regelmäßig kontrolliert werden. Feuchte oder stark verschmutzte Bereiche sollten entfernt bzw. erneuert werden.

Denn ein feuchter Stall ist für Hühner wesentlich ungünstiger als ein kalter Stall.

2. Den Stall auf Schadstellen überprüfen

Der Herbst ist außerdem der perfekte Zeitpunkt für einen gründlichen Rundgang um den gesamten Hühnerstall.

Dabei schaue ich mir unter anderem an:

  • Ist das Dach noch dicht?
  • Gibt es beschädigte Bretter?
  • Sind Türen und Klappen noch dicht und funktionsfähig?
  • Wo könnte Regenwasser eindringen?
  • Gibt es größere Ritzen oder undichte Stellen?
  • Können sich irgendwo Feuchtigkeit oder Nässe sammeln?
  • Gibt es Bereiche, in denen kalte Zugluft direkt auf die Tiere trifft?

Gerade kleine Schäden fallen im Sommer häufig gar nicht auf. Im Winter können sie allerdings schnell zum Problem werden.

Zugluft sollte vermieden werden – aber der Stall darf deshalb nicht luftdicht sein.

Eine gute Lüftung ist auch im Winter unverzichtbar. Sie hilft dabei, Feuchtigkeit und Schadgase aus dem Stall abzuführen.

Wichtig:

Kalt ist nicht automatisch schlecht.
Feucht und zugig ist problematisch.

3. Den Stall vor dem Winter kalken

Ich nutze die gründliche Stallreinigung außerdem gerne, um den Stall vor dem Winter neu zu kalken.

Das Kalken gehört für mich zu den hygienischen Maßnahmen bei der Stallvorbereitung und ist eine gute Gelegenheit, Wände und schwer zugängliche Bereiche einmal gründlich zu bearbeiten.

Wichtig ist natürlich, dass die verwendeten Produkte für den vorgesehenen Einsatz geeignet sind und vollständig abtrocknen, bevor die Hühner wieder in den entsprechenden Bereich kommen.

4. Auch Tränke, Futter und Sitzplätze winterfest machen

Nicht nur der Stall selbst braucht einen Wintercheck.

Tränke

Bei Frost muss verhindert werden, dass das Trinkwasser vollständig einfriert. Die Hühner müssen auch bei Minusgraden jederzeit Zugang zu frischem Wasser haben.

Futter

Futter sollte trocken und sauber gelagert werden. Gerade im Winter sollte man darauf achten, dass keine Feuchtigkeit eindringt.

Sitzstangen

Sitzstangen sollten stabil, trocken und sauber sein. Gleichzeitig sollten die Hühner genügend Platz haben, damit sie sich nachts gemeinsam auf den Sitzstangen niederlassen können.

Legenester

Auch die Nester sollten kontrolliert und mit sauberem, trockenem Material ausgestattet werden.

5. Und was ist mit einer Heizung?

Das ist wahrscheinlich die Frage, bei der sich die Geister am meisten scheiden:

Brauchen Hühner im Winter überhaupt eine Heizung?

Die kurze Antwort lautet: Nicht grundsätzlich.

Hühner können erstaunlich gut mit niedrigen Temperaturen umgehen. Bei Kälte plustern sie ihr Gefieder auf und reduzieren dadurch den Wärmeverlust. Gleichzeitig steigt bei niedrigen Temperaturen ihr Energiebedarf. Die BLE beschreibt, dass Hennen auch niedrigere Temperaturen bis etwa 10 °C tolerieren können, wobei der Erhaltungsbedarf und damit die Futteraufnahme steigen. Ble Service

Auch das Merck Veterinary Manual beschreibt, dass Hühner bei starker Kälte ihr Gefieder aufplustern und sich zusammenkuscheln, um Wärme zu halten. Merck Veterinary Manual

Das bedeutet aber nicht, dass ich meinen Stall einfach ungeheizt lasse.

Warum ich meinen Hühnerstall beheize

Ich persönlich halte die Temperatur in meinem Hühnerstall im Winter bei ungefähr 5–8 °C.

Dafür verwende ich eine Infrarot-Heizplatte.

Dabei geht es mir ausdrücklich nicht darum, meinen Hühnern einen 20 °C-Winter zu bescheren.

Im Gegenteil.

Ich möchte vor allem extreme Temperaturabfälle und Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt abmildern.

Denn gerade bei meinen ausgedienten Legehennen sehe ich einen Unterschied zwischen:

„Ein Huhn kann diese Temperatur aushalten.“

und

„Diese Temperatur möchte ich meinem Huhn dauerhaft zumuten.“

Ausgediente Legehennen bringen häufig eine andere körperliche Ausgangssituation mit als junge, robuste Hühner. Viele haben bereits eine lange Phase intensiver Legeleistung hinter sich und sind im höheren Alter zudem anfälliger für gesundheitliche Probleme.

Für diese Tiere möchte ich zusätzlichen Kältestress möglichst gering halten.

Es geht nicht darum, den Stall warm zu heizen.

Es geht darum, extreme Kälte abzumildern.

Das ist für mich ein wichtiger Unterschied.

Und natürlich gilt auch bei einem beheizten Stall:

Eine Heizung ersetzt keine gute Lüftung!

Mein Wintercheck für den Hühnerstall

Bevor die ersten richtig kalten Nächte kommen, gehe ich deshalb einmal meine persönliche Checkliste durch:

☑️ alte Einstreu vollständig entfernen
☑️ Stall gründlich reinigen
☑️ frisch und trocken einstreuen
☑️ Stall bei Bedarf neu kalken
☑️ Dach und Wände auf Schäden kontrollieren
☑️ Türen und Klappen überprüfen
☑️ Feuchtigkeit und undichte Stellen beseitigen
☑️ Zugluft vermeiden
☑️ trotzdem für ausreichende Lüftung sorgen
☑️ Tränke vor dem Einfrieren schützen
☑️ Futter trocken lagern
☑️ Sitzstangen und Legenester kontrollieren
☑️ bei empfindlichen Tieren überlegen, ob eine moderate Temperierung sinnvoll ist

Mein Fazit

Ein winterfester Hühnerstall muss nicht warm, sondern trocken, geschützt und gut belüftet sein.

Ob eine zusätzliche Heizung notwendig ist, hängt von vielen Faktoren ab – vom Stall, vom Klima, von der Haltung und natürlich auch von den Hühnern selbst.

Bei meinen Hühnern habe ich mich bewusst dafür entschieden, die Temperatur im Winter auf etwa 5–8 °C zu halten.

Vor allem meine ausgedienten Legehennen möchte ich damit unterstützen und ihnen extreme Temperaturschwankungen ersparen.

Denn gerade bei älteren Tieren finde ich es wichtig, nicht nur danach zu fragen:

„Was kann ein Huhn aushalten?“

Sondern auch:

„Was kann ich tun, damit es ihm möglichst gut geht?“

Bist Du Dir noch unsicher, ob oder was für eine Art von Heizung für Deine Hühner in Frage kommt oder ob Du auch darauf verzichten kannst, dann meld Dich doch einfach bei mir in meiner Online-Sprechstunde. Dort können wir ganz gezielt schauen, wie wir Deinen Hühnerstall auf den Winter vorbereiten können.

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